Der häufigste Fehler bei der Berufsorientierung ist folgender: Du googelst "Was soll ich nach der Schule machen?", landest auf einer Seite mit 30 Berufsvorschlägen und wählst irgendetwas davon aus, das sich halbwegs machbar anhört. Das funktioniert ungefähr so gut wie ein Arzt, der eine Diagnose stellt, ohne den Patienten zu kennen. Das Ergebnis ist ein Weg, der vielleicht okay ist, aber selten wirklich zu dir passt.
Was wirklich hilft, ist das genaue Gegenteil: zuerst dich selbst zu verstehen, bevor du nach außen schaust. Das bedeutet, deine Stärken zu kennen, und zwar nicht nur die, die gut klingen. Sondern auch die, die dir selbst so selbstverständlich vorkommen, dass du sie gar nicht als Stärke wahrnimmst. Viele Jugendliche wissen nicht, dass das, was ihnen leichtfällt, anderen Menschen schwerfällt. Genau da versteckt sich oft das größte Potenzial.
Es geht auch darum, deine Werte zu kennen. Ist dir Sicherheit wichtig oder Abwechslung? Arbeitest du lieber allein oder im Team? Willst du helfen, bauen, organisieren, erklären, gestalten? Diese Fragen klingen einfach, sind es aber nicht, weil die wenigsten Menschen je wirklich gelernt haben, sie zu beantworten. In einem professionellen Coaching werden genau diese Fragen mit dir durchgearbeitet, oft mit Hilfe von wissenschaftlich fundierten Persönlichkeitstests und Methoden, die dich zu überraschenden Erkenntnissen über dich selbst führen.
Eine Methode, die ich in meiner Arbeit besonders schätze, ist das Einholen von Außenperspektiven. Frag Menschen, die dich kennen, was sie an dir besonders schätzen, was sie dir zutrauen und in welchen Momenten sie dich am lebendigsten erlebt haben. Die Antworten überraschen fast immer. Und sie geben dir ein viel realistischeres Bild von dir selbst als jede Selbsteinschätzung allein.